Johanna Martin läuft zur Fabelzeit
Während viele ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler des CJD Christophorus-Gymnasiums Rostock beim Abiball in der Rostocker Stadthalle ihren Schulabschluss feierten, sorgte Johanna Martin auf der Laufbahn für Schlagzeilen. Die 20-jährige Topsprinterin des 1. LAV Rostock lief bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid im Vorlauf über 400 Meter herausragende 50,57 Sekunden.
Mit dieser Leistung unterbot sie die Norm für die U23-Europameisterschaften (51,20 Sekunden), die vom 10. bis 16. August in Birmingham stattfinden, deutlich. Gleichzeitig schrieb sie ein Stück deutsche Leichtathletikgeschichte: Keine deutsche Athletin war über diese Distanz in den vergangenen 25 Jahren schneller.
Zum Vergleich: Die ehemalige Europa- und Staffel-Weltmeisterin Grit Breuer lief 2001 bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart 49,78 Sekunden – seitdem wurde keine deutsche Läuferin mehr mit einer so starken Zeit gestoppt wie Johanna Martin.
Zweitschnellste Europäerin des Jahres
Auch auf internationaler Ebene gehört Johanna Martin inzwischen zur Spitze. In der europäischen Jahresbestenliste liegt aktuell nur Hallen-Weltmeisterin Lurdes Gloria Manuel aus Tschechien vor ihr.
„Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit der Zeit und freue mich, dass mein Trainer und ich das zusammen so gut machen“, sagte die Rostockerin nach ihrem Rennen. Ihr Trainer Birger Voigt zeigte sich begeistert: „Das war eine großartige Leistung.“
In den vergangenen Wochen hatten Athletin und Coach gezielt an der Lauftechnik gearbeitet. Die Anpassungen machen sich nun bemerkbar: Johanna läuft mit größerer Schrittlänge und konnte ihr Potenzial eindrucksvoll auf die Bahn bringen.
Spitzensport und Abitur erfolgreich gemeistert
Neben ihren sportlichen Erfolgen konnte Johanna Martin in diesem Jahr auch schulisch überzeugen. Mit der herausragenden Abiturnote von 1,3 schloss sie ihre Schulzeit am CJD Christophorus-Gymnasium erfolgreich ab.
„Ich habe schon gemerkt, dass ich nach der letzten Prüfung viel Platz in meinem Kopf für andere Dinge hatte“, erklärte die 20-Jährige.
Dass der Druck der vergangenen Monate von ihr abgefallen ist, zeigte sich auch einen Tag später bei den Meisterschaften. Im Finale über 400 Meter ließ Johanna Martin ihrer Konkurrenz keine Chance und sicherte sich souverän den deutschen U23-Meistertitel. In 51,75 Sekunden verwies sie Lena Leege (SCC Berlin) und Marlene Fenster (Aachener TG) deutlich auf die Plätze.